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Neue Untersuchungen

Validierung/Evaluation der graphologischen Methodik


Prof. Dr. Jürgen Guthke und Dr. Jens F. Beckmann vom Institut für Entwicklungs-, Persönlichkeitspsychologie und Psychodiagnostik der Universität Leipzig haben zusammen mit der Graphologin Gabriele Schmidt in der Zeitschrift für Personalpsychologie (Heft 4 / 2002) "Untersuchungen zur Übereinstimmung von Graphologenurteil und psychometrischen Persönlichkeitstests" veröffentlicht.

Sie kommen darin zu folgendem Ergebnis:

"Als Fazit können wir schlußfolgern:

Insbesondere dann, wenn Fragebogenergebnisse auf Grund erhöhter Tendenz, sozial erwünschte Antworten zu geben (wie z. B. in Eignungstestsituationen), möglicherweise invalide Ergebnisse liefern, sind Graphologenurteile potentiell doch interessante, da nicht so leicht verfälschbare "Zusatzinformationen" für den Diagnostiker"

An der Untersuchung nahmen 60 Studienanfänger teil, deren Schriftproben von 5 Graphologen nach bestimmten Eigenschaften (Frustrationstoleranz, soziale Gehemmtheit, Leistungsmotivation u. a.) bewertet und anschließend mit den Befunden psychometrischer Instrumente (Fragebögen, Persönlichkeitstests) vergleichen wurden. Obwohl sich zunächst ein Bild fehlender Zusammenhänge ergab, so zeigten sich jedoch bei Berücksichtigung der Tendenz, in Fragebögen sozial erwünscht zu antworten, relativ hohe Zusammenhänge.

Bisherige Untersuchungen in diesem Bereich konnten in den meisten Fällen die Gültigkeit graphologischer Aussagen nur unzureichend bestätigen. Vielfach nahm man sie als Beweis für eine fehlende Validität der Graphologie. Die Autoren heben jedoch mehrere Schwachpunkte an den meisten jener "kritischen" Untersuchungen hervor:

  • Unterschiedliche Verständnisse von Persönlichkeitsattributierungen bei Graphologen und Konstrukteuren der Testverfahren wurden nicht berücksichtigt.
  • Einzelne Graphologen gingen mitunter nach der umstrittenen und immer weniger verbreiteten Michonschen Methodik der festen Zeichen vor und schlossen von Einzelmerkmalen auf den Charakter, anstatt die Gesamtheit der Zeichen und das Schriftganze an sich zu berücksichtigen.
  • Graphologen werden selten als gleichberechtigte Partner berücksichtigt.
  • Man geht zumeist wie selbstverständlich davon aus, daß der Persönlichkeitsfragebogen "richtige" Aussagen der Persönlichkeitseigenschaften liefert und vernachlässigt z. B. das Problem der Verfälschbarkeit durch sozial erwünschte Antworten.

Besonders der letzte Punkt scheint wesentlich und wird in der Sozialforschung schon seit 30 Jahren beschrieben (Hartwig Berger, "Untersuchungsmethode und soziale Wirklichkeit: eine Kritik an Interview und Einstellungsmessung in der Sozialforschung").

Soziale Einstellungen und Persönlichkeitsanteile sind nicht einfach abfragbar. Sie sind immer an einen interaktiven Rahmen gebunden und bewegen sich in einem situativen Normen- und Wertegeflecht. Der Befragte tendiert häufig dazu, bewußt oder unbewußt bei der Beantwortung einer Frage die soziale Erwünschtheit zu berücksichtigen und entsprechend in seinen Output mit einfließen zu lassen.

Es ist und bleibt letztlich eine Grundsatzfrage für jeden Graphologen, ob er an einer wissenschaftlichen Objektivierung interessiert ist oder nicht, ob er Vergleichbarkeit und Überprüfbarkeit an naturwissenschaftlichen Meßkriterien orientieren will.

Wer sich jedoch für die Teilnahme an einer weiteren Untersuchung zur Validierung der graphologischen Vorgehensweise entschließen möchte, tut gut daran, die oben dargestellten Kritikpunkte zu berücksichtigen.


 

"An allem zweifeln und alles glauben sind zwei bequeme Wege, die in gleicher Weise, einer wie der andere, vom Nachdenken befreien. "

Henri Poincaré (1854-1912), Franz. Physiker

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