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Tod der Schauspielerin Jennifer Nitsch

Selbstmord, Unfall oder gar Mord?

Ein Blick auf die Handschrift gibt Orientierung.

Am 13. Juni 2004 stürzte die Schauspielerin aus ihrer Münchener Wohnung aus dem vierten Stock in Tod. Die Polizei vermutet Selbstmord, will aber auch einen Unfall nicht ausschließen.

Nitsch habe seit längerem Selbstmordgedanken gehabt, berichtet die Online-Ausgabe der Zeitschrift "Bunte". In der Vergangenheit soll sich Nitsch schon mehrmals die Pulsadern aufgeschnitten haben.

Der Vater der Toten stellt im "Spiegel" gar die Vermutung auf, jemand könne seine Tochter umgebracht haben.

Zeugen der Tat gibt es indes nicht, so daß man wohl letztlich zu keiner endgültigen Bewertung des Geschehens kommen kann.

Den Graphologen interessiert in diesem Zusammenhang naturgemäß die Handschrift, und es gilt nach Zeichen zu suchen, die etwa eine Selbstmordtheorie stützen könnten oder eine solche unwahrscheinlich erscheinen lassen.

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Als erstes und im Zusammenhang der intendierten Betrachtung wichtigstes Merkmal fällt die fallende Zeilenführung ins Auge. Die Schriftzüge setzen auf der linken Seite an, um dann allmählich aber kontinuierlich und mitunter ganz besonders gegen Zeilenende abzufallen. Über kaum ein Zeichen in der Handschrift ist man sich innerhalb der Graphologie derartig einig. Die Deutung bewegt sich im Spektrum von

  • Furcht zu scheitern, Zweifel, Trauer, Kummer (Michon),
  • Traurigkeit (Crépieux-Jamin),
  • Melancholie und Herabgestimmtheit (Klages),
  • Pessimismus, Depression, erschöpfte Physis (Pulver),
  • Herabgestimmtheit, Bedrücktheit, Müdigkeit (Müller-Enskat),
  • psychische Belastung, Gedrücktheit (Heiss).

Es sind hier nur die wichtigsten der klassischen Graphologen erwähnt - aber die Interpretationsrichtung ist immer die gleiche. Und wer schon einige Erfahrung bei der Betrachtung von Schriften Suizidaler hat, wird eben dieses Schriftzeichen fast immer wiederfinden. Wir können daher mit Recht die fallende Zeilenführung als sogenannte Dominante, als ein Hauptmerkmal der Handschrift von Jennifer Nitsch betrachten.

Welche weiteren Hinweise in der Handschrift stützen oder widersprechen dieser Deutung?

Zunächst fallen die Girlanden auf - jene Bindungsformen also, die für Empathie, Sensibilität, Offenheit, aber auch für Beeindruckbarkeit stehen.

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Menschen, die zu ausgeprägten Girlanden neigen, besonders dort, wo die schulmäßige Bindungsform eigentlich eine Arkade vorschreibt, weisen oft eine starke Empfindsamkeit auf. Sie neigen dazu, sich vieles sehr zu Herzen zu nehmen und können gegenüber Eindrücken, die sie viel stärker als andere aufgrund ihrer erhöhten Sensibilität in sich hineinziehen, nicht eine ausreichende Distanz aufbauen. Letzteres ist besonders dann der Fall, wenn die Girlande, wie bei Frau Nitsch eine durchhängende oder tief gesattelte Gestalt (siehe oben) annimmt.

Max Pulver (Symbolik der Handschrift, Kindler, S. 111) erwähnt zu diesem Schriftzeichen:

"So schreiben Schwermütige, denen alle Eindrücke zu tief gehen, die keinen Widerstand dagegen aufbringen."

Das nächste Zeichen, das wir im Interpretationszusammenhang betrachten müssen, ist nachfolgend abgebildet.

Die schneckenhafte, sich einigelnde, rückläufige Formung beim "o" verweist auf eine gewisse Egozentrik, auf eine Rück- und Selbstbezüglichkeit, die im Zusammenhang mit der bereits erwähnten Girlande, die bereits angesprochene Empfindsamkeit mehr zu einer Empfindlichkeit werden läßt. Man bezieht vieles auf sich selbst, was im Grunde gar nicht in einem solchen Zusammenhang gemeint ist. Man fürchtet Enttäuschungen und Rückschläge und zieht sich zurück, wird übervorsichtig, scheut auch bei aller Offenheit das Risiko.

Die starke Betonung der Unterzone (Unbewußtes) macht deutlich, daß alle rationalen Beteuerrungen von Freunden und Bekannten, alle Vernunft, alle gefaßten Vorsätze bloßer Vorsatz und bloße Sehnsucht bleiben.

Die in einem wirkenden Mächte des ES sind zu stark, sie ziehen einen hinab in die Strudel des Emotionalen und Impulshaften. Man sieht sich in dieser Geworfenheit einer scheinbar aussichtlosen Verstrickung überantwortet.

Wie tiefe Anker, wie schleppnetzartige Gebilde verhaken sich die Unterlängen in jenen nicht dem Wollen zugänglichen Sphären, in den Tiefen des Unbewußten. Man fühlt sich einem bloßen scheinbar bodenlosen, unkontrollierbaren Gefühl übereignet, sieht sich in einen Fluß der Affekte getrieben.

Auch der geringe Verbundenheitsgrad, der besonders im Namenszug zutage tritt, unterstützt die bisherige Interpretation. Es ist der Verweis auf ein mehr intuitives, denn rationales Denken. Das Realitätsprinzip wird vernachlässigt. In einer selbständigen, facetten- und ideenreichen Persönlichkeit wirken auch Laune, Unüberlegtheit und Seinsverlorenheit. Im Zusammenhang mit der oben erwähnten starken Unterzonenbetonung wird eine weitere Grundproblematik offenbar. Die Schreiberin sieht sich innerhalb der zweier Pole hin- und hergerissen. Einerseits ist da der Wunsch nach Nähe, nach Zugehörigkeit, nach enger Gemeinsamkeit, nach Vertrauen und Symbiose und andererseits die Angst vor der Nähe, vor der Hingabe, vor dem Urvertrauen und der Bedingungslosigkeit. Dem Verlangen nach Unmittelbarkeit und Verbundenheit stehen Rückzug und Distanz gegenüber.

Die Schrift von Jennifer Nitsch läßt uns symbolisch ein kontinuierliches Abgleiten erahnen, ein Absinken der Grundstimmung als personale Thematik. Insgesamt wirkt die Handschrift ein wenig spannungslos und von unbewußten Impulsen beherrscht.

Vieles läßt den Graphologen bei näherer Betrachtung der Schriftgestalt an einen Suizid denken, selbst wenn naturgemäß eine Mythenbildung andee Wege gehen mag.

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