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Institut für Graphologie

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Geschichte der Graphologie
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Die Deutschen

Die deutsche oder die deutschsprachige Graphologie beschränkte sich zunächst vielfach auf die Rezeption, Verinnerlichung und Weitergabe der Gedanken Michons und Crépieux-Jamins.

Die Schweizerin Laura v. Albertini veröffentlichte im Jahre 1895 unter dem Pseudonym L. Meyer ein seinerzeit vielbeachtetes "Lehrbuch der Graphologie", das damals als bester deutscher Leitfaden galt. Nach dem Tode der Verfasserin im Jahre 1909 erschienen unveränderte Neuauflagen, und auch heute noch bietet jenes Werk einen übersichtlichen und interessanten Einblick in die Schriftdeutung, durchsetzt von zahlreichen Schriftbeispielen und mit einer lesenswerten Besprechung des Falles Dreyfuß, wenngleich über weite Strecken die Darstellungen von Crépieux-Jamin wiederholt werden.

Der erste im Jahre 1892 für Schriftvergleiche vereidigte Graphologe Deutschlands, Wilhelm Langenbruch, entwickelte eine noch heute interessante Theorie für die Schriftforensik. Langenbruch entdeckte für mehrere Schriftzeichen eine erste Erklärung und überzeugte zu seinen Lebzeiten viele gelehrte, die bis dahin der Graphologie skeptisch gegenüberstanden. Unter seiner Mitwirkung entstand die erste deutsche Fachzeitschrift zu jenem Thema, "die Handschrift", welche allerdings schon nach kurzer Zeit aus Mangel an Nachfrage eingestellt werden mußte.

Langenbruchs "Praktische Menschenkenntnis auf Grund der Handschrift" (1911) ist auch heute noch ein Klassiker und für den Leser wesentlich interessanter als das Buch der Laura v Albertini. Man findet in Langenbruchs Hauptwerk so anregende Themen wie:

  • Erkrankungen in der Handschrift
  • Handschrift und Vererbung
  • Beruf und Handschrift
  • Nationalität und Handschrift

Zu letzterem Thema finden sich folgende Anmerkungen:

"Diejenige Eigenschaft, um die wir vom Auslande am meisten beneidet werden, ist unsere Zähigkeit, unsere Ausdauer und Unverdrossenheit."

"Nicht weil die deutsche Schrift die Eckern verlangt, schreiben wir eckig, sondern weil es unserem Nationalcharakter am genehmsten ist."

Von Langenbruch in die Graphologie eingeführt wurde Wilhelm Preyer, ein Professor für Physiologie In Jena; Berlin und Wiesbaden. Preyer trat auf internationalen Kongressen für die wissenschaftliche Bedeutung der Graphologie ein. Sein Werk "Zur Psychologie des Schreibens" (1895) war ein erster Versuch, die von ihm als Wissenschaft begriffene Graphologie in exakte Bahnen zu lenken.

Ganz besondere Verdienste um die deutsche Graphologie erwarb sich Hans H. Busse. Busse war ein Multitalent - Graphologe, Dichter, Bildhauer, Architekt - und sagte über sich selbst:

"Ich bin der Mann der hundert Talente, aber ohne Genie."

Hans Hinrich Busse, 1871 in Mölln geboren, war einer der größten Impulsgeber für die deutsche Graphologie. Er war es, der Ludwig Klages, seinen Freund im Münchener Studentenviertel Schwabing, für die Graphologie begeisterte. Es bleibt fraglich, ob Klages ohne Busse jemals zur Graphologie gefunden hätte.

Bereits im Jahre 1984 gründete Busse ein "Institut für wissenschaftliche Graphologie, ganz zum Entsetzen seiner Eltern, denn diese beschworen ihn, sein Studium fortzusetzen. Busse blieb jedoch bei seinem Vorhaben und verzichtete sogar zukünftig auf jede Unterstützung durch seine Eltern. Das war mutig. Durch seine graphologischen Tätigkeiten erwirtschaftete er sich kaum mehr als 50 Mark im Monat, wovon es ihm unter starken Einschränkungen gelang, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Er hielt graphologische Unterrichtskurse ab, produzierte Gutachten, veröffentlichte graphologische Aufsätze und trat als Schriftsachverständiger vor Gericht auf.

Umfangreich bleibt sein Werk zu diesem Thema. Busse ist es auch, der als erster die zwei wichtigsten Werke Crépieux-Jamins ins Deutsche übersetzte.

Sein Hauptwerk ist "Die Handschriftenkunde". Aber auch eine Vielzahl anderer Veröffentlichungen zur Schriftdeutung ist hervorzuheben und ebenso für die Gegenwart interessant. Klages wird ihm später vorwerfen, zu eng an den Franzosen, an Michon und Crépieux-Jamin, zu hängen, zu sehr einfach nur deren System wiederzugeben. Indes zeichnet sich das Werk von Busse durch Innovatives aus. Darin finden sich Kapitel und Abhandlungen wie diese:

  • 100 graphologische Aufgaben
  • Vollständige Bibliographie der Graphologie
  • Handschrift und Geschlecht, Alter, Beruf, Volks- und Zeitangehörigkeit
  • 100 Charakterzüge und deren Zeichen in der Handschrift

Mit der "Handschriftendeutungskunde", einem Unterrichtskursus in 10 Briefen, nebst Aufgaben und Handschriftentafeln, bemühte sich Busse um eine vollständige, nachvollziehbare Darstellung der Schriftdeutung in zusammenfassender und gleichzeitig lehrhafter Natur.

Ebenfalls zum elitären Kreis um Ludwig Klages gehörte Georg Meyer. Der damalige Student der Medizin wurde wie Klages durch Busse auf die Graphologie aufmerksam.

Meyer war indes schwerer von der Schriftdeutung zu überzeugen, er war skeptischer und steckte voller kritischer Vorbehalte. Aber nach gründlicher Überprüfung und einer Vielzahl systematischer Experimente beschäftigte Meyer sich bald immer intensiver mit dem Thema.

Als Psychiater zog er später ein umfangreiches Material psychisch Kranker heran und veröffentlichte seine Erkenntnisse unter dem Titel "Die wissenschaftlichen Grundlagen der Graphologie".

Zusammen mit Klages und Busse, aber vor allem auf das Betreiben des letzteren hin, gründete Meyer die "Deutsche Graphologische Gesellschaft". Als Gründungsdatum wählte man den 24. November 1896. Am gleichen Tag vor 25 Jahren hatte Michon sein "System der Graphologie" veröffentlicht. Die Wahl des Tages war also eine Huldigung an die Graphologie der Franzosen. Schon bald zählte die neu gegründete Gesellschaft über 300 Mitglieder, unter anderem Namen wie diese:

  • Crépieux-Jamin
  • Ludwig Curtius
  • Elisabeth Förster-Nietzsche
  • Wilhelm Preyer
  • Robert Saudek

 

 

 

 

 

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